Legosteine von designritter www.pixelio.de

Alles im Fluss

Jørgen Vig Knudstorp ist sich sicher: „Wir sind wieder eine sehr gute Anlage für die Familie“. Knudstorp ist seit 2004 Chef der Lego-Group und damit Manager des krisengebeutelten Familienunternehmens der Kristiansens. Der 40-Jährige hat den Bauklötzchenhersteller aus einem Tal herausgeholt, in das ihn die ehemaligen Verantwortlichen nach Knudstorps Meinung durch zuviel Geduld hineinmanövriert haben. Hohe Schuldentilgungen, massiver Stellenabbau und Auslagerung der Produktion von Billund in Dänemark nach Ungarn, Tschechien, Slowenien und Mexiko waren noch bis vor einigen Jahren die Rettung. Allerdings eben kein Mittel für die Ewigkeit. „Niemand kann Legosteine besser und günstiger herstellen als wir selbst“, erklärt Knudstorp heute und hat dieses Wissen in die Tat umgesetzt. Inzwischen ist Lego stärker, effizienter und profitabler als je zuvor, ein Großteil der Stellen ist nach Dänemark zurückgekehrt und die Chefetage hat wieder den Kopf frei zur Erschließung neuer Märkte. „Heute sind wir alle davon überzeugt, dass unsere Zukunft großartig ist.“

Der andere Weg

Ein bisschen was von Knudstorps Zuversicht könnte man sicher auch in Giengen an der Brenz brauchen. Hier ist der Stammsitz der bekanntesten Teddy-Manufaktur der Welt: Steiff. Das schwäbische Familienunternehmen steckt nämlich noch mitten in der Krise. Der Kunde griff eben lange Zeit lieber nach dem günstigen Fernost-Teddy als zu dem teuren Produkt mit dem Knopf im Ohr. Auch hier ist man mit der Produktion umgezogen – nach China. Für das Management des Familienunternehmens damals die einzig richtige Entscheidung. „Aufgrund der deutlich niedrigeren Löhne können wir die Teddys zu Einstiegspreisen von 14,95 Euro anbieten“, verkündete 2003 der damalige Geschäftsführer Richard Hussmanns stolz. Heute hat man sich bei Steiff wieder auf seine Wurzeln besonnen und hat China den Rücken gekehrt. „Wenn das strategische Ziel der Firma höchste Qualität ist, geht das hier aus der EU häufig besser als in China“, machte der neue Geschäftsführer Martin Frechen jetzt klar.

Neue Trends

Gerade die Themen Qualität und Ökologie sind es auch, die bei den Kunden zurzeit Anklang finden. Auf der Neuheitenschau der gerade stattfindenden Spielzeugmesse in Nürnberg erkennt man, dass Umweltthemen in diesem Jahr hoch im Kurs sind: Die „Solarfriends“ tanzen durch Sonnenenergie, im „Geolino Powerhouse“ lernen Kinder etwas über alternative Energiequellen, die Bastelsets von Green Science zeigen, wie man Wasser wieder trinkbar macht oder Strom aus einer Kartoffel gewinnt. Wer seinen Kindern solche Öko-Spielzeuge ins Kinderzimmer packt, dem ist auch wichtig, aus welchen Materialien der Teddy ist. Steiff will Premiumanbieter sein und das geht eben nur „wenn wir alles selber machen. Wir müssen diesen Prozess komplett in den eigenen Händen halten“, weiß Frechen. Das heißt, sich an die eigenen Wurzeln zu erinnern. Das gilt für Giengen und Billund im gleichen Maße.

Testbericht zu einem Interview mit Lego-Manager Jørgen Vig Knudstorp aus der FAZ.